Pressemitteilung
Sanierung der Reinheimer Enthärtungsanlage - Warum dieses Großprojekt Zeit braucht
Die Stadt Reinheim investiert rund sieben Millionen Euro in die umfassende Sanierung ihrer zentralen Enthärtungsanlage. Mit dem Projekt wird nicht nur die Wasserenthärtung vollständig modernisiert, sondern gleichzeitig die größte Wasserförderstation der Stadt technisch auf den neuesten Stand gebracht. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung langfristig sicherer, leistungsfähiger und qualitativ hochwertiger zu gestalten.
In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nach dem Stand der Arbeiten und den Gründen für die lange Bauzeit erkundigt.
Ich habe mich deshalb vor Ort über den aktuellen Baufortschritt informiert und möchte die besonderen Herausforderungen des Projekts erläutern.
Mir ist wichtig, dass die Menschen verstehen, warum diese Baumaßnahme deutlich aufwendiger ist als viele andere Bauprojekte. Von außen sieht man oft nur eine Baustelle. Tatsächlich arbeiten wir jedoch an einer der wichtigsten technischen Einrichtungen unserer Stadt – und das unter laufendem Betrieb.
Die größte Herausforderung besteht darin, dass die Wasserversorgung der Stadt während der gesamten Bauzeit jederzeit gewährleistet bleiben muss. Die Anlage kann nicht einfach außer Betrieb genommen werden, weil sie gleichzeitig die größte Wasserförderstation Reinheims ist. Deshalb wird jeder einzelne Bauabschnitt zunächst durch aufwendige provisorische Leitungsführungen – sogenannte Bypässe – abgesichert. Erst wenn diese installiert und erfolgreich getestet wurden, kann mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Nach Abschluss eines Bauabschnitts werden die Bypässe wieder zurückgebaut und für den nächsten Abschnitt neu eingerichtet. Dieser wiederkehrende Prozess ist technisch anspruchsvoll und zeitintensiv, gleichzeitig aber unverzichtbar, um die Trinkwasserversorgung jederzeit sicherzustellen.
Hinzu kommen die typischen Herausforderungen einer Sanierung im Bestand. Während der Bauarbeiten treten immer wieder Gegebenheiten zutage, die im Vorfeld trotz sorgfältiger Planung nicht vollständig erkennbar waren. Aktuell betrifft dies insbesondere den Rückbau der vorhandenen massiven Betonwände. Der Beton hat sich als außergewöhnlich widerstandsfähig erwiesen. Verschiedene Abbruchverfahren, darunter Bohr- und Schneidetechniken, konnten nicht den gewünschten Erfolg
erzielen. Deshalb erfolgt der Rückbau nun mit einem speziellen elektrisch betriebenen Bagger, dessen Einsatz aufgrund der Sicherheits- und Arbeitsschutzvorschriften innerhalb des Gebäudes erforderlich ist. Auch dies führt zu einem deutlich höheren Zeitaufwand.
Gleichzeitig wird im Rahmen des Projekts eine moderne Netzersatzanlage installiert. Dadurch wird die wichtigste Wasserförderstation der Stadt künftig auch bei einem Stromausfall weiterhin betriebsfähig sein. Damit wird die Versorgungssicherheit der Reinheimer Bevölkerung nachhaltig verbessert und die städtische Infrastruktur widerstandsfähiger gegenüber außergewöhnlichen Ereignissen.
Natürlich wünsche auch ich mir, dass ein solches Projekt schneller abgeschlossen werden könnte. Aber bei der Trinkwasserversorgung gibt es keinen Spielraum für Kompromisse. Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität haben oberste Priorität. Lieber investieren wir etwas mehr Zeit und schaffen eine dauerhaft sichere und leistungsfähige Anlage, als kurzfristige Lösungen zu wählen.
Nach Abschluss der Bauarbeiten, der für den kommenden Sommer vorgesehen ist, wird Reinheim über eine der modernsten Wasseraufbereitungsanlagen der Region verfügen. Neben einer deutlich verbesserten Wasserqualität profitieren die Bürgerinnen und Bürger künftig von einer höheren Versorgungssicherheit sowie einer nachhaltig gestärkten kritischen Infrastruktur.
Ich weiß, dass ein Projekt dieser Größenordnung Geduld erfordert. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass sich diese Investition über viele Jahrzehnte auszahlen wird. Wir schaffen hier nicht nur weicheres Wasser, sondern eine moderne, sichere und zukunftsfähige Wasserversorgung für die gesamte Stadt Reinheim. Ich bedanke mich bei Ihnen allen für das Verständnis und die Geduld während der Bauzeit.

