?Auf der Windlücke soll wieder Wein angebaut werden? so die überraschende Mitteilung von Bürgermeister Karl Hartmann. Die Wiederbelebung des Reinheimer Weinbaus hat sich die Interessengruppe ?Reinheimer Weinfreunde? zum Ziel erklärt.
Auf dem rund 500 Quadratmeter großen städtischen Grundstück, am Schaubacher Berg gelegen, soll der ?Reinheimer Wein? wieder wachsen und gedeihen können. Bisher wurde das Gelände mit südwestlicher Richtung, in der Nähe der Windlücke, als Grünland genutzt. Das betroffene Grundstück wurde im Jahre 2007 von der Stadt Reinheim angekauft. Auf einem Teilbereich dieser Fläche soll nun Wein angebaut werden.
Am vergangenen Mittwoch (25.03.), erfolgte die Pflanzung der symbolischen ersten Weinstöcke durch die fünf Pächter des zukünftigen Reinheimer Weinbaugebietes. Fünf Flächen à je 100 Quadratmeter werden bepflanzt und bewirtschaftet. Die privaten Nutzer sind, neben der Stadt Reinheim, Hobbywinzer aus der näheren Umgebung. Die neu gegründete Erzeugergemeinschaft hat vom zuständigen Weinbauamt Eltville die Erlaubnis erhalten, auf einer 500 qm großen Fläche, Weinstöcke anzupflanzen.
Auf jeder Parzelle werden 99 Reben gepflanzt. Die Wahl der Rebsorte entscheidet sich nach dem Ergebnis einer Bodenprobe, die vom Weinbauamt ausgewertet wird. Zur Auswahl stehen Müller Thurgau, Riesling, Silvaner und Grauburgunder. Diese Rebsorten wurden auch schon früher auf der Windlücke angebaut. Federführend für die Weinneuanlage ist Karl-Dieter Hessel, anerkannter Freizeitwinzer mit jahrelanger fachlicher Erfahrung. Er gehört auch zum Kreis der ?Winzer vom Stachelberg? in Klein-Umstadt.
Bis in die 60Jahre des vergangen Jahrhunderts war auf der Windlücke erfolgreich Wein angebaut worden. Die frühere Anbaufläche trug die Bezeichnung ?Reinheimer Sonnenberg?. Das Reinheimer Archiv hat Nachweise über 500 Jahre Weinbau in der Kommune. Im Jahre 1956 gab es noch 20 Weinanbauern mit insgesamt 1,035 ha Rebfläche. Reinheim war damals neben Groß-Umstadt, Klein Umstadt und Richen anerkannter Weinbaubezirk. Ab 1960 wurden die Weinberge allerdings aufgegeben und heute befindet sich im Bereich der ehemaligen Weinlage ein Wochenendgebiet.
Die Restfläche des städtischen Grundstück wird als Ausgleichsfläche extensiv bewirtschaftet. Es werden noch Hecken und Obstbäume gepflanzt.
