Home
Aktuelles
Information
Ehrenamt in Reinheim
Bündnis für Familie
Stadt
Geschichte
Reinheim
Spachbrücken
Ueberau
Zeilhard
Georgenhausen
Partnerstädte
Natur & Umwelt
Politik
Kirchen und andere
religiöse Gemeinschaften
Feuerwehr
BürgerService
Stadtverwaltung
Kultur, Sport & Freizeit
ABO 2016 im Überblick
Reinheimer Satirewoche
Immobilien in Reinheim
Gewerbe & Wirtschaft
Vereine in Reinheim
Veranstaltungen
Links
Haftungsausschluss

Ueberau

Die Geschichte vom Stadtteil Ueberau

Im Südosten der Kernstadt Reinheim liegt Ueberau, ursprünglich ein reines Straßendorf, das dem Lauf der Gersprenz folgt und durch die Gersprenzauen von Reinheim getrennt wird.

 

Vorgeschichtliche Funde lassen vermuten, dass das Ortsgebiet schon vor etwa 5.000 Jahren besiedelt war. 1316 dann wird Ueberau in einem Kaufvertrag erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte damals zum Besitztum der Grafen von Katzenelnbogen und ging nach dem Aussterben dieses Geschlechts im 15. Jahrhundert an den Landgrafen Heinrich III. von Hessen.

 

Die Gemeinde gehörte auch in der Folgezeit der jeweiligen Landesherrschaft. Die großen Güter, die Wälder und große Teile der fruchtbaren Äcker waren im Besitz der Herrscherfamilien, die ihre Besitztümer wiederum verwalten ließen, befreundete und treu ergebene Familien und Vasallen damit belehnten, ihnen also zur Nutzung liehen.

 

Solcherart begütert sich zu der Zeit in Ueberau die Familien Mosbach von Lindenfels, von Meisenburg, Synold von Rosenbach und Kalb von Reinheim. Die Kalb'e von Reinheim spielen auch bei der Ersterwähnung eine Rolle, war es doch ein Werner Kalb von Reinheim, dem ein "Heilmann von Düdelsheim" mit der obenerwähnten Urkunde einen Hof als Wittum überließ, also als Brautgabe für die Frau zur späteren Witwenversorgung. An den "großen Synoldshof" erinnern heute noch die in Ueberau geläufigen Namen "Hofhaus" und "Hofgasse". Mit Hofhaus ist das Gasthaus der Familie Waldhaus/Baltz gemeint, denn dort befand sich der Synoldshof und die dorthin führende Straße ist die Hofgasse. Der Synoldshof wurde später, wie auch der Weiler "die Hundertmorgen", Teil des Mosbach'schen Lehens im Amt Lichtenberg, zu dem auch der Reinheimer Burghof (das spätere Hofgut) zählte. Darüber hinaus besaß die Familie Mosbach die Ortsgerichtsbarkeit, während die höhere Gerichtsbarkeit über das landgräfliche Amt Lichtenberg abgewickelt wurde.

 

Die Reinheimer Kirchengemeinde besaß mit dem sogenannten "Reinheimer Kirchenkastengut" Erbleihgelände von ca. 140 Morgen an Feld und Gärten in Ueberau.

 

Einen großen Einschnitt in die bis dahin gemächlich verlaufende Geschichte von Ueberau bildete der Dreißigjährige Krieg. Marodierend umherziehende Truppen unterschiedlichster Nationalitäten setzten den Einwohnern, die sich nicht nach Lichtenberg oder Reinheim flüchten konnten, schwer zu, raubten Vieh und Lebensmittel, ermordeten Menschen und brannten die Häuser nieder. 1635 standen in Ueberau nur noch elf Gebäude. Am Ende dieses Krieges, nachdem Pest und Hunger weiteres Unheil angerichtet hatten, blieb aus einem Einwohnerverzeichnis von 1575 nur noch der Name Ramge übrig. Das Dorf war praktisch ausgestorben. Erst Einwanderer, die sich in Ueberau niederließen, sorgten in den kommenden Jahrzehnten wieder für langsame Besserung. Sie kamen unter anderem aus der Schweiz, wie die heute noch existierenden Familiennamen Egly, Schönberger etc. beweisen. Die Einwohnerzahlen stiegen auf 224 im Jahre 1749,791 in 1854 und auf 1.032 im Jahre 1925. Ueberau bildete bis ins 19. Jahrhundert kirchlich und politisch eine Einheit mit Reinheim. Ert 1839 trennte sich die kirchliche Gemeinde, 1862 dann auch die politische in zwei selbständige Gemeinden. An diese Trennung, die mit einem großen Fest gefeiert wurde, erinnert eine Schiefertafel, die im Stadtarchiv erhalten geblieben ist. Bis dahin hatte sich Ueberau gründlich gewandelt. Es war lange Zeit ein reines Bauerndorf mit vielen kleinen landwirtschaftlichen Betrieben. Erst zögerlich kamen die in den Reinheimer Zünften organisierten Handwerker hinzu: Wagner, Schmiede, Leinenweber, Gerber, an die heute noch die "Ledergasse" erinnert.

 

Mit der Trennung gab es Änderungen in der Infrastruktur. Pfarrhausbau (1886) und Friedhofserweiterung (1894) seien hier genannt, auch die Installierung von elektrischer Straßenbeleuchtung (1895). Damit hatte Ueberau 10 Jahre früher als die großherzogliche Residenz Darmstadts elektrisches Licht. 1899 schließlich wurde das neue Schulhaus mit Bürgersaal gebaut, auch unter dem Druck der rapide angewachsenen Schülerzahl. Mit der Elektrizität hielt das Industriezeitalter endgültig auch in Ueberau Einzug. Das Aussterben alter Handwerksberufe, der ständige Rückgang der Landwirtschaft und der Wandel zur Arbeiter-Wohngemeinde waren unausweichliche Begleiterscheinungen dieser Entwicklung. Vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellten Arbeiter und Landarbeiter den Großteil der Bevölkerung.

 

Heute präsentiert sich das 1972 in Reinheim eingemeindete Ueberau als ein intakter Ortsteil mit regem Vereinsleben und mit Bürgerhaus, Grundschule, Kindergarten u.ä. Einrichtungen gut versorgt. Obwohl es in den letzten Jahren erheblich gewachsen ist und viele Neubürger zugezogen sind, hat es doch seinen ländliche Charakter bewahrt. 1991 konnte der Stadtteil sein 675jähriges Bestehen feiern.

 


     
 

Information | Stadt | Geschichte | Ueberau

HomeImpressumKontakt


 
Suche
 Suchbegriff
Suchen Suche

Weitere Info´s zu Ueberau

Privat Homepage von

W. Bertrams.