Pressemitteilung
„Du Jude! Alltäglicher Antisemitismus in Deutschland“
Mit einer eindrucksvollen Ausstellung zum Thema jüdisches Leben und Antisemitismus setzt die Stadt Reinheim im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in der Zeit vom 17. bis 27. März 2026 ein starkes Zeichen für Aufklärung, Erinnerung und gesellschaftliche Verantwortung.
Die Ausstellung, die in den Geschäftsräumen der Volksbank Reinheim zu sehen ist, widmet sich zunächst der Gegenwart jüdischen Lebens – insbesondere in Deutschland – und macht die Vielfalt jüdischer Identitäten anhand verschiedener Themenfelder sowie aus der Perspektive dreier jüdischer Frauen anschaulich.
Im weiteren Verlauf wird der Begriff Antisemitismus definiert und in seinen historischen Entwicklungen nachgezeichnet. Deutlich wird dabei, dass judenfeindliche Denkmuster auf eine lange Tradition zurückblicken, unter anderem im religiösen und philosophischen Kontext Europas. Ihren grausamen Höhepunkt fand diese Entwicklung während der Zeit des Nationalsozialismus unter der Herrschaft von Adolf Hitler mit der industriellen Ermordung von etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden.
Die Ausstellung zeigt zudem, wie sich Antisemitismus nach 1945 gewandelt hat. Offene Hetze existiert weiterhin, doch vielfach äußert sich Judenfeindlichkeit heute indirekt oder codiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf antisemitischen Narrativen, die sich gegen Israel als einzigen jüdischen Staat richten und dabei häufig auf traditionelle Stereotype zurückgreifen.
Ein weiterer Themenbereich widmet sich Verschwörungstheorien und deren Verbreitung im Alltag – etwa in Schulen, sozialen Netzwerken, Musik oder im Fußball. Die Ausstellung macht deutlich, dass Antisemitismus ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, das in unterschiedlichsten Lebensbereichen auftritt.
Abschließend werden zivilgesellschaftliche Initiativen, Schulprojekte und Beratungsstellen vorgestellt, die sich aktiv gegen Antisemitismus engagieren. Betroffene erhalten Hinweise auf Unterstützungsangebote, während Besucherinnen und Besucher ermutigt werden, selbst Verantwortung zu übernehmen und sich für eine offene, demokratische Gesellschaft einzusetzen.
„Diese Ausstellung führt uns eindrücklich vor Augen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu unserer Gesellschaft gehört – in seiner ganzen Vielfalt. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Antisemitismus kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern uns alle herausfordert. Als Stadt stehen wir klar für Demokratie, Respekt und Menschenwürde. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Haltung zu zeigen und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten“, so Bürgermeister Manuel Feick.
Eröffnet wird die Ausstellung am 17. März 2026, 18:30 Uhr und kann während der Geschäftszeiten der Volksbank Reinheim, Darmstädter Straße 62,
Montag bis Freitag 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Dienstag und Donnerstag 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
besichtigt werden.

