Zum 100. Geburtstag von Robert Goldmann


Reinheims Ehrenbürger Robert Goldmann würde am Samstag, den 1. Mai 100 Jahre alt werden.

 

Leider verstarb der gebürtige Reinheimer bereits am 08.10.2018 in New York.

 

Sein Lebenswerk, der Kampf um das Nichtvergessen des Holocausts, bleibt aber unvergessen und wird in Reinheim weiterhin mit dem Robert-Goldmann-Stipendium gewürdigt. Auch der nach seinem Vater benannte Dr.-Jacob-Goldmann-Kindergarten ehrt die Familie Goldmann für die Ewigkeit.

 

Robert Goldmann wurde am 01.05.1921 als Sohn von Dr. Jacob Goldmann, ansässigem Gynä-kologen und Hausarzt, in Reinheim geboren. Seine Kindheit war zunächst ruhig, er wuchs behütet auf und besuchte nach der Volksschule das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt.

 

1933, mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, als Robert Goldmann 12 Jahre alt war, änderte sich sein beschauliches Leben aber schlagartig. Schon 1934 wurde im Hof der jüdischen Familie ein erster Anschlag verübt. Danach zog die Familie, in der Hoffnung auf mehr Anonymität, nach Frankfurt a.M. Dort lebten sie noch bis 1939, damit Robert Goldmann sein Abitur machen konnte. Nachdem Roberts Vater verhaftet und kurzzeitig nach Buchenwald verschleppt wurde, flüchteten sie kurz nach dem bestandenen Abitur über England nach Amerika.

 

Dort heiratete Robert Goldmann 1948 seine Frau Eva und sie bekamen gemeinsam drei Kinder. 1955 kehrte er aus beruflichen Gründen erstmals für einen Besuch nach Reinheim zurück.

 

Zeit seines Lebens hatte Goldmann die verschiedensten Stellen inne. Er schrieb als Journalist für die New York Times, die FAZ und leitete ab 1980 das Büro der Anti Difamation League in Paris, welche sich gegen die Diskriminierung von Juden einsetzt. 1996 erschien seine Autobiographie „Flucht in die Welt“, die er später auch in Reinheim vorstellte. Ab diesem Zeitpunkt kam er seiner Heimat Stück für Stück wieder etwas näher. Im gleichen Jahr wurde ihm auch das Bundesver-dienstkreuz verliehen und 1998 erhielt er die Ehrenbürgerwürde in Reinheim. 1999 wurde entschieden, dass ihm zu Ehren künftig in Reinheim das Robert-Goldmann-Stipendium an Menschen vergeben wird, die sich gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzen.

 

Robert Goldmann war ein großer Kämpfer für die Gleichheit der Menschen und der Gleichbe-rechtigung von Frauen und Männern. Er war gegen jegliche Benachteiligung des Geschlechts, der Abstammung, der Sprache, der Heimat und Herkunft, des Glaubens oder der religiösen und politischen Anschauung.

 

„Zeit seines Lebens hat er vorbildlich für diese Werte und den Respekt gegenüber dem jüdischen Volk gekämpft. Auch in Zukunft wird Robert Goldmann und sein Vermächtnis weiterhin in Erinnerung bleiben und in Reinheim in Ehren gehalten“, so Manuel Feick abschließend.

 


 
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