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Zeilhard

Die Geschichte vom Stadtteil Zeilhard

Der Name von Zeilhard wird zwar erst 1323 als Zylhart aktenkundig ( und wenig später als Zygelhard) - aber das hat nichts zu besagen, denn die schriftliche Überlieferung ist lückenhaft erhalten und auch gar nicht gründlich genug erforscht. Der Name kann also wesentlich älter sein.

 

Früher hat man geglaubt, der Name komme von Ziegel + Hard (=Berg) und weise darauf hin, dass es in Zeilhard eine Ziegelei gab. Aber die Belege, die von Zygelhard reden, stammen alle von Bergsträßer Notaren und fußten auf einem Hörfehler in einer Urkunde von 1325. Die Fulder und Erbacher Schreiber dagegen, die auf ältere Urkunden zurückgreifen konnten, schrieben Zyhlhard (mit langem i). Sie wussten es also besser. Dem Namensglied "Zyl" liegt ein weitverbreiteter Flussname zugrunde, vgl. die Zihl in der Schweiz, Till in England, Zyl wäre demnach der alte Name des Zeilharder Baches gewesen. Die ältesten Siedlungsspuren von Zeilhard gehen bis in die Jungsteinzeit (vor 2000 v. Chr.) zurück. In der Nähe des Hundezuchtplatzes hat man Überreste eines Anwesens der Bandkeramiker gefunden, eines Bauernvölkchens, das mit einer Steinhacke den Boden lockerte, Getreide anbaute und Vieh züchtete.

 

Ein weiteres Volk hat in Zeilhard ebenfalls seine Spuren hinterlassen: es wurden mehrere Steinbeile der sogenannten Glockenbecherleute gefunden, die an der Grenze zwischen Stein- und Metallzeit lebten. Sie kannten bereits das Kupfer. Die Träger dieser Kultur zogen als Nomaden und Kaufleute von Spanien bis nach Mitteleuropa. Diese Zigeuner des zweiten Jahrtausends haben möglicherweise nicht nur das Kupfer, sondern auch den Hinkelstein nach Europa gebracht; nach Ausweisung von Flurnamen stand eine solche Steinsäule zwischen Reinheim und Spachbrücken, vielleicht auch am Nordende der Gemarkung Georgenhausen ("Am langen Stein").

 

Aus dem folgenden Jahrtausend gibt es keine direkten Spuren, wir müssen aber bedenken, dass das gesamte Dieburger Becken zwischen Zeihard, Dieburg, Groß-Umstadt und Groß-Bieberau seit über 4.000 Jahren ununterbrochen bewohnt gewesen ist, dass also auch im Zeilharder Raum Menschen gelebt haben müssen. Auf frühe Indogermanen (2. Jahrtausend v. Chr.) verweisen nicht nur zahlreiche Funde in der Umgebung, sondern z.B. auch der Name der Gersprenz (alt "Gaspenze" aus "Jasbind-Gärflut"), auf keltische Anwesenheit der Roßberger (keltisch ross "Berg"). Angeblich wurden in Zeilhard auch Reste eines römischen Pflasters entdeckt. Historisch greifbar wird der Ort erst mit der bisher ältesten urkundlichen Erwähnung vom 17.05.1323. Wir erfahren aus der Urkunde folgendes:

Das Kloster hatte schon seit längerer Zeit das Amt Habitzheim mit mehreren Dörfern (u.a. Zeilhard und Spachbrücken) an die Herren von Bickenbach verliehen. Diese übten also die Hoheitsrechte in Zeilhard aus, waren die Herren der unteren Gerichtsbarkeit, bezogen Abgaben ihrer Untertanen und nahmen die Frondienste der ansässigen Leibeigenen in Anspruch. Andererseits hatten sie wieder gewisse Verpflichtungen gegenüber dem Kloster Fulda.

 

Um 1400 kam es nun zu einschneidenden Veränderungen: Fulda brauchte Geld und verkaufte 1390 die ganze Zent (Gerichtsbezirk) Umstadt samt Zeilhard an die Pfalz. Seit 1360 hatten die Schenken von Erbach nach und nach die bickenbachischen Rechte über Zeilhard erworben. Damit stand also Zeilhard unter Pfälzer und Erbacher Oberhoheit.

 

Ein Jahrhundert später hatten sich die Verhältnisse wiederum geändert: Aufgrund der sogenannten Bayrischen Fehde von 1504 musste sich die Pfalz ihre Oberhoheit mit dem Landgrafen von Hessen teilen. 1528 verkaufte Erbach die Orte Habitzheim, Spachbrücken und Zeilhard an die Herren von Wertheim und blieb in deren Besitz bis 1805. Zuletzt nannte sich die Herrschaft "Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg". Am Anfang des 19. Jahrhunderts kam es unter den Einfluss Napoleons zu einer tiefgreifenden Neuordnung Deutschlands: Zeilhard wurde wie alle Nachbarorte dem neuen Großherzogtum Hessen-Darmstadt eingegliedert (1805).

 

Zeilhard bildete ursprünglich mit Spachbrücken eine politische Gemeinde und hat erst Anfang des 19. Jahrhunderts einen eigenen Bürgermeister bekommen. Die kommunale Selbständigkeit von Zeilhard dauerte aber nur anderthalb Jahrhunderte. Im Jahre 1972 schloss sich die Gemeinde der Stadt Reinheim an.

 


     
 

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