Der Stadtwald Reinheim besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen. Beide Komplexe gehören zur randlichen Eichen-Mischwaldzone. Der nördliche Teil bei der Gemeinde Messel, ist eben und aufgrund des Grundgesteines (Rotliegendes) von mittlerer (mesotropher) Nährstoffversorgung. Der südliche Waldteil bei Reinheim ist eben bis stark geneigt und zum Teil mit starken Rinnen durchzogen. Er ist durch den Granit mit dicken Lößschichten geprägt und von sehr guter (eutropher) Nährstoffversorgung. Hier führt die Bodenzusammensetzung auch zu einer gesteigerten Wasserhaltekraft, was sich ebenso positiv auf das Wachstum des Waldes auswirkt.


Der Stadtwald Reinheim erfüllt wertvolle Leistungen für unsere Gesellschaft., insbesondere für den Wasserschutz, den Biotopschutz, den Bodenschutz, den Lärmschutz und den
Klimaschutz. Der Stadtwald Reinheim wird von den Bürgern gerne als Erholungswald genutzt. Große Teile sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und der Stadtwald Reinheim gehört in weiten Teilen zum „European-GEOPARK Bergstraße-Odenwald“.
Der Stadtwald wird naturgemäß bewirtschaftet. Er ist seit 2002 nach PEFC (Pan European Forest Council) zertifiziert. Die Zertifizierung nach dem weltweit anerkannten Waldgütesiegel FSC (Forest Stewardship Council) welches von den Umweltorganisationen Greenpeace, WWF, Robin Wood und BUND anerkannt wird, ist beantragt. Mit einer Zertifizierung ist bis Ende 2003 zu rechnen. Die Stadt Reinheim stellt sich durch die Zertifizierung einer unabhängigen Kontrolle. Die ökologischen Leistungen der Stadt Reinheim bei der Bewirtschaftung des Waldes können den Bürgern und den Besuchern hierdurch verdeutlicht werden.


Bei der Umsetzung der FSC-Kriterien kommt der Stadt Reinheim zugute, dass sie schon seit Jahren auf eine naturgemäße Waldnutzung gesetzt hat.
Die Waldpflege durch die Holzernte entscheidet über Struktur, Stammzahlerhaltung, Stabilität und Leistungspotenziale unserer Wälder. Hierauf wird beim Markieren der Bäume für die Holzernte besonders Wert gelegt. Am Anfang dieser Tätigkeit steht immer die positive Weiterentwicklung des bestehenden Waldbestandes hinsichtlich Stabilität, Wert (Qualität) und Struktur. Holzernte leistet damit einen Beitrag zur Entwicklung strukturierter und artenreicher Mischwälder, die naturnahen Zuständen nachempfunden ist. Die Bäume werden nur Einzelstammweise genutzt, Kahlschläge finden nicht statt. Pestizide und Fungizide werden im Stadtwald Reinheim nicht eingesetzt.
Beim Markieren der Bäume wird Totholz (abgestorbene Bäume) geschont um die ökologische Vielfalt und Stabilität zu erhöhen. Das Totholz (ökologisches Gold) bietet vielfältige Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Insekten und seltene Baumpilze und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die naturnahe Erhaltung unserer Wälder. Dies sollten all Jene bedenken, die den Wald manchmal als unaufgeräumt bezeichnen.
Seltene Baumarten (Elsbeere, Wildkirschen, Walnuß ...) werden durch die Entnahme von Nachbarbäumen gefördert.
Die Waldbestände werden nicht flächig befahren um Bodenschäden und Wurzelverletzungen zu vermeiden, die Abstände der Rückegassen werden maximiert. Durch Markierung der Rückegassen wird deren dauerhafte Nutzung sichergestellt.
Die Wildbestände werden so reguliert, dass die Verjüngung der Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften ohne Hilfsmittel möglich ist. Zur Kontrolle vegetationsbeeinflussender Schalenwildbestände wurden Weiserflächen hinter Zaun angelegt um Vergleichsflächen für die Beurteilung der Beeinflussung zu erhalten.
Der Stadtwald Reinheim wird von Hessen-Forst, Forstamt Dieburg betreut. Er ist der Revierförsterei Groß-Bieberau zugeordnet, die von Revierförster Günter Coumont,
Römerstraße 41 in 64401 Groß-Bieberau betreut wird. Die Försterei ist unter der Rufnummer 06162/3451 zu erreichen.
Die Försterei bietet nach Rücksprache Waldführungen für Kindergärten, Schulklassen und Vereine an. Brennholz kann in der Sprechstunde telefonisch oder persönlich bestellt werden, die Verteilung erfolgt dann nach dem Holzeinschlag im Stadtwald.


