Mirjam Triendl-Zadoff
Nächstes Jahr in Marienbad
Gegenwelten jüdischer Kulturen der Moderne
Eine sommerliche Kulturgeschichte des modernen jüdischen Lebens in Europa.
Die westböhmischen Badeorte Karlsbad, Marienbad und Franzenbad galten lange als sommerliche Zentren jüdischen Lebens. Nicht nur das deutsche und österreichische Bürgertum reiste dorthin, auch chassidische, bürgerliche und mittelose Juden aus Osteuropa kamen alljährlich zur kur. Diese heterogenen jüdischen Kulturen entwickelten in der zeitlichen und räumlichen Begrenztheit des Aufenthalts und des intimen sozialen Klimas des Kurortes außergewöhnliche Wahrnehmungsund Kommunikationsräume. Dr. Mirjam Triendl-Zadoff untersuchte diese und zeigt wie sich in den Sommern vom späten 19. Jahrhundert bis in die 30er Jahre temporäre "Jüdische Orte" etablierten, die zu kulturellen Zentren des jüdischen Lebens in Europa wurden.
Autorin:
Dr. theol. Mirjam Triendl-Zadoff ist Wissenschaftliche Assistentin in der Abteilung für jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Ihre Arbeit wurde mit dem Promotionspreis der Universitätsgesellschaft 2007 ausgezeichnet.
