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Spachbrücken

Die Geschichte vom Stadtteil Spachbrücken

Im Jahr 1973 feierte die Gemeinde Spachbrücken ihr 650jähriges Bestehen. Die erste Urkunde in der Spachbrücken namentlich erwähnt wurde, ist ein Lebensbrief vom 17. Mai 1323. Er zählt die Güter und Orte auf, die Ulrich I. von Bickenbach von dem Kloster Fulda als Lehen erhielt. Zu ihnen gehörte neben Spachbrücken noch Georgenhausen, Zeilhard, Habitzheim und Teile von Zimmern. In Wirklichkeit ist Spachbrücken viel älter. Dies beweisen die Bodenfunde, die bis in die jüngere Steinzeit (4000-1800 v. Chr.) zurückgehen. Die Häuser der ersten Spachbrückener Einwohner standen in dem Dorfteil, der heute noch im Volksmund "die Walachei" genannt wird, direkt neben der Dilsbachbrücke, die dem Dorf (Spach = trocken) den Namen gegeben hat.

 

Die Spachbrückener Vorfahren sind vermutlich von Mönchen der Klosters Fulda, das im Jahre 744 n. Chr. von Bonifatius gegründet wurde, in der Folgezeit zum Christentum bekehrt worden. Sie gehörten zu dem damals sehr großen Kirchspiel Dieburg. Wann die erste eigene Kirche in Spachbrücken gebaut wurde, ist nicht genau bekannt. Wir wissen nur, dass sie bereits vor dem Jahre 1400 als Filialkirche existierte. Ihr Alter war dem heiligen Antonius geweiht. Mit der Reformation, die vor dem Jahr 1526 hier durchgeführt wurde, fiel Spachbrücken von Dieburg und wurde Filialgemeinde von Roßdorf. Im Gegensatz zu vielen Nachbargemeinden blieb Spachbrücken weiterer Religionswechsel erspart und war seitdem immer evangelisch-lutherisch. Im Jahr 1585 wurde Spachbrücken selbstständige Pfarrerei, zu der noch Habitzheim gehörte und erhielt mit Balthasar Scharff, der von 1585 bis 1592 hier wirkte, den ersten eigenen Pfarrer. Nachdem die alte Kirche baufällig geworden war und am 26. Mai 1749 der Blitz in den Kirchturm schlug (Kisseltag), haben die Spachbrücker etwas nachgeholfen, sie wurde abgerissen und der Grundstein für einen Neubau gelegt. Dies ist die jetzige Kirche, deren Einweihung am 6. Juli 1755 stattfand. Das Pfarrhaus wurde 1620 erstmals erwähnt und 1628 durch einen Neubau ersetzt. Das heutige Pfarrhaus stammt aus dem Jahre 1844 und wurde zuletzt 1985 renoviert. Die Kirche wurde 1970-1972 gründlich renoviert. Sie erhielt ein neues Dach mit neuem Storchennest als Wahrzeichen von Spachbrücken, leider blieben aber die Störche aus. Bei der Innenrenovierung wurde auch die wertvolle Barockorgel von Dauphin aus dem Jahre 1670 restauriert. Diese ist durch die Spachbrücker Abendmusiken weithin bekannt geworden. Der erste Schulunterricht wurde vom Pfarrer um 1600 im Pfarrhaus erteilt. Allerdings nur im Winter. Das erste namentlich erwähnte Schulhaus stand in der Bachgasse und der erste Lehrer war Balthasar Poth, der von 1628 - 1632, also mitten im 30-jährigen Krieg, unterrichtet hatte. Im Jahre 1635, drei Jahre später, war Spachbrücken wegen der Pest menschenleer und von den letzten flüchtenden Einwohnern verlassen. Um 1640 kehrten einige Überlebende zurück und nach 1650 siedelten sich vom Landgrafen in Darmstadt angeworbene Sachsen, Flamen und Schweizer hier an. Im Jahre 1675 legte Pfarrer Hach das erste Einwohnerverzeichnis an, das 33 Namen enthielt. Im Jahre 1870 wurde die Odenwaldbahn durch die Spachbrücker Gemarkung gebaut und 1905 brannte zum erstenmal das elektrische Licht im Dorf. Den Strom dazu lieferte ein Generator der damaligen Brauerei Konrad Göckel VII. und dessen Sohn Wilhelm Göckel installierte das Leitungsnetz. Die Stromlieferung übernahm später die HEAG in Darmstadt. Erwähnenswert ist noch das hiesige Töpfer- und Knopfmacher-Handwerk, das bis zum ersten Weltkrieg 1914 gut florierte. Bekannt ist, dass der Häfner Jakob Neuroth und sein Sohn Georg an den Großherzog in Darmstadt und bis zum Zarenhof in Moskau lieferten.

 

Die Statistik der Einwohnerzahlen nennt für 1824 bereits 49 Einwohner, die bis 1910 auf 985 Einwohner anwuchsen. Am Anfang des zweiten Weltkrieges 1939 waren es 1.100 Einwohner und nach dem schrecklichen Ende stieg 1946 die Zahl sogar auf 1.544 an, obwohl Spachbrücken den Verlust von 82 jungen Einwohnern zu beklagen hatte, die von 1939 bis 1945 gefallen sind oder vermisst werden. Dieser rapide Zuwachs kam durch den starken Zuzug von Evakuierten, Heimatvertriebenen und Flüchtlingen zustande. Um die dadurch entstandene, drückende Wohnungsnot zu beseitigen, wies die Gemeinde Spachbrücken neue Siedlungs- und Baugebiete aus. Dadurch stieg die Einwohnerzahl weiter rasch an und betrug 1988 2.500 Einwohner.

 

Seit dem ersten Weltkrieg wandelte sich Spachbrücken vom Bauern- und Handwerkerdorf allmählich zur Arbeiter-Wohnsitzgemeinde. Die meisten Spachbrücker finden ihre Existenz in den Industriebetrieben und Verwaltungen in Darmstadt und Umgebung. Diese Entwicklung setzte sich nach 1945 verstärkt fort, so dass heute nur noch 6 Vollerwerbslandwirte neben kleineren Handwerksbetrieben in Spachbrücken ansässig sind.

 

Die Geschichte von Spachbrücken wurde über die Jahrhunderte von vielen fleißigen Generationen geprägt, deren Tüchtigkeit und Anpassungsfähigkeit sich bei dieser Rückschau eindrucksvoll feststellen lässt. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehlen wir das "Spachbrücker Heimatbuch" von Dr. Spalt. Durch die Gebietsreform verlor Spachbrücken 1972 seine Selbständigkeit und wurde als Stadtteil in Reinheim eingegliedert.

 


     
 

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