Meine Geburtsstadt Reinheim hat mir, wie Hans Sachs in den „Meistersingern“ singt, „zu viel Ehr“ erwiesen! Vor einem dreiviertel Jahrhundert waren wir Goldmanns und Frohmanns wegen ständiger Nazi-Verfolgungen zum Wegzug gezwungen. Heute bin ich Reinheims Ehrenbürger, mein Vater, der beliebte Arzt, lebt weiter im Dr. Jacob Goldmann Kindergarten, ich vergebe jährlich ein von der Stadt gestiftetes Stipendium, in dem es auf verschiedene Art-- von Geschichtsarbeit zum Journalismus und einer Ausstellung-- um die Menschenrechte geht. Und an meinem und meiner Mutters Geburtshaus, das von Familie Stachowiak liebevoll renoviert wurde, hängt eine Gedenktafel, die sich unserer Familie widmet.
All dies geht auf die Initiative Bürgermeister Karl Hartmanns zurück, in seiner Zusammenarbeit mit den Stadtverordneten unter der Leitung Harald Heiligenthals.
Es hat dazu geführt, dass ich mich im Reinheim von heute wieder zuhause fühle, was wenige Flüchtlinge aus den dreißiger Jahren von sich sagen können. Ich sage es gerne und mit Dank für die Ehren, welche ich erleben durfte und die meiner verstorbenen Familie zuteil wurden.
Ich wünsche allen Reinheimern ein gesegnetes und gutes 2010!
