Praktikant: Annika M
Cestas 2006
Mein diesjähriges Praktikum in Cestas vom 3. bis zum 22. Juli 2006 war bestimmt eines der schönsten Erfahrungen, die ich bisher in Frankreich gemacht habe. Nicht nur sprachlich haben mir die drei Wochen Praktikum viel gebracht auch im Bezug auf die französische Mentalität habe ich viel gelernt.
Schon am ersten Tag war ich überwältigt von dem herzlichen Empfang meiner ersten Gastfamilie. Ich wusste sofort, dass ich mich hier wohlfühlen werde. Besonders die Großzügigkeit der Familie Cartier sollte mich in den kommenden zwei Wochen immer wieder zum Staunen bringen. Ich war von Anfang an in die Familie und in den Freundeskreis meines Gastbruders integriert!
Mein erster Arbeitstag begann im Rathaus von Cestas. Dort liefen seit Wochen die Vorbereitungen für den ?Big Challenge?.
Die gute Organisation und Ideenvielfalt war beeindruckend. Ich war gespannt auf die drei Tage Sport, Spiel und jede Menge Spaß.
Anfangs musste ich mich erst in die Organisation ?à la francaise? einfinden und wusste anfangs nicht so recht wie alles abläuft. Aber da meine Sprachkenntnisse von Tag zu Tag besser wurden, merkte ich schnell was zu tun war: Eigeninitiative ergreifen und immer wieder nachfragen. Da die anderen französischen Betreuer und Betreuerinnen sehr hilfsbereit und tolerant waren, hatte ich kaum Probleme mich zu Recht zu finden. Dank diesem sehr angenehmen Arbeitsklima während der ersten Woche meines Praktikums hatte ich viel Spaß an der Arbeit.
Meine Aufgabe für den ?Big Challenge? war es einen Fragebogen auszuarbeiten, der sich in erster Linie mit Fragen zu Europa beschäftigte. Außerdem sollte ich während der drei Tage ein typisch deutsches Spiel mit den Kindern spielen. Während der drei Tage hatte ich einen eigenen Stand an dem ich die verschieden Gruppen für jeweils eine halbe Stunde beschäftigte.
Zu Beginn war ich unsicher und befürchtete aufgrund meiner Sprachbarriere zu wenig Autorität auszustrahlen. Letztendlich hatte ich jedoch überhaupt keine Probleme. Die Kinder und Jugendlichen waren tolerant und sehr höflich. Die strenge Erziehung der französischen Kinder war auch eines der interessantesten Erfahrungen, die ich während meines Aufenthaltes machte. Meiner Meinung nach ist die Achtung der Eltern und die der Autoritäten, wie sie in Frankreich vorherrscht mit der in Deutschland nicht zu vergleichen.
Besonders im ?centre de loisirs?, einer école maternelle, wo Kinder zwischen 3 und 6 Jahren betreut werden schockte mich zu Beginn die strenge Zurechtweisung der Kinder. Bei meinen wesentlich älteren Gastschwestern und Gastbrüdern stellte ich jedoch schnell fest, dass sich diese Art der Erziehung bewährt.
Was mich während der zwei Wochen Praktikum im ?centre de loisirs? sehr beeindruckte war die Kreativität der Erzieherinnen und die effektive Teamarbeit.
Die drei Wochen Ferienbetreuung standen unter dem Motto ?Wasser? und so wurden Ausflüge an Badeseen unternommen, mit Booten gefahren und viele passende Spiele gespielt. Alles gipfelte schließlich in einer riesigen Wasserschlacht. Die Kinder waren begeistert!
Nach drei erlebnisreichen Wochen war das Praktikum zu Ende. Es hat mir die einzigartige Möglichkeit gegeben einen guten Einblick in die französische Lebensart zu bekommen und das französische Erziehungssystem kennenzulernen.
Annika M??.
